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Liebe Bürger von Rodewisch, Röthenbach und
Rützengrün!
Die Schnelllebigkeit und Vielfalt unserer gegenwärtigen Lebensbe-dingungen hat uns alle in die Lage versetzt, auf viele Erlebnisse und Ereignisse – sowohl angenehmer, aber auch Sorgen bereitender Natur, im persönlichen Leben als auch im Alltagsgeschehen – des nunmehr sich allmählich verabschiedenden Jahres 2010 zu blicken.
In der uns sowieso kaum zu beeinflussenden großen Politik müssen deren Verantwortungsträger vor allem aufgrund vieler nicht nachvollziehbarer Entscheidungen zunehmend Vertrauensverlust in Kauf nehmen. Da bis zu den nächsten Wahlen noch einige Zeit ist, kann gegenwärtig auf das Verabreichen von Beruhigungspillen an den Wähler noch verzichtet werden. Die Hauptverantwortlichen der sogenannten Finanzkrise wurden vielfach noch belohnt, während die Schwächsten – Kinder, Ältere, Arbeitslose, Einschränkungen bei der Förderung und Unterstützung der sogenannten freiwilligen kommunalen Aufgaben – zur Kasse gebeten werden. Ich denke, da hat jeder von uns seine eigenen Erfahrungen gemacht und wird mit Sachverstand urteilen.
Was sich anlehnend an das von mir eingangs Genannten und Dank des klug handelnden Bürgerfleißes auf breiter Ebene in unserer Stadt erreicht wurde, ist ein Anfang des Jahres nicht zu erwartend gewesene stolze Bilanz. In unserer Stadt wurde so richtig „ran-geklotzt“. Wer in der Lage ist, sich zumindest an jedes durch die Medien mit beachtetes Geschehen zu erinnern, hat ein bewunderungswürdiges Gedächtnis. Noch in keinem Jahr konnten Stadtrat und Stadtverwaltung derart viele Aufträge an Planungsbüros, Bauschaffende und Dienstleistende vergeben. Und das Gute und Solide dabei ist, dass die gestellten Ziele, gar manche konnten erst im Verlauf des Jahres auf die Tagesordnung gesetzt werden, weitestgehend erreicht wurden. Selbst die teilweise durch den intensiven Winterbeginn erfolgten Einschränkungen sprechen keine andere Sprache, da alle davon betroffenen Vorhaben auch in den nächsten Jahren weiter geführt werden.
Einundzwanzig uns allen gut bekannte Firmen konnten auf ein 20-jähriges Jubiläum, Lothar Petzold auf 25 Jahre, drei, RFT-Meister Hans Petzold, Autolack-Service Mario Grünert und Friseur Elfriede Ehrentraut, auf 30 Jahre, das Autohaus Möckel auf 40 Jahre Selbständigkeit und die Töpferei Forner als ältester Handwerksbetrieb unserer Stadt auf 130 Jahre Bestehen blicken. Da steckt hoher Unternehmergeist und engagierter Behauptungswillen dahinter, dem ich meinen Respekt ausspreche.
Danke sagen möchte ich aber allen Gewerbetreibenden, die viele dringend benötigte Arbeitsplätze bereithalten und mit ihren wirtschaftlichen Ergebnissen dazu beigetragen haben, dass wir mit kaum für möglich gehaltenen soliden Gewerbesteuereinnahmen unsere Vorhaben finanziell gestärkt untersetzen konnten.
Gestatten Sie, dass ich noch einmal, aber nur kurz einige dieser Ergebnisse anspreche. Unüberseh- und spürbar (durch die damit zeitweilig verbundenen Belastungen) die Straßen- und Brückenbaumaßnahmen Dr.-Goerdeler-Straße/Lindenstraße, 1. Teilabschnitt der Rützengrüner Straße, der sogenannten Teilortsumgehung der B 169 mit Altlastensanierung des ehemaligen Gaswerksgelände, Oberflächenerneuerung der Kohlenstraße, Stützmauerbau der Göltzsch.
Welche Begeisterung und Freude bei der Einweihung der neuen Außensportanlage des Pestalozzi-Gymnasiums und des Abschlusses des 2. Bauabschnittes der Innensanierung in der Kita „Zwergenland“. Die bis 2012 andauernde Generalsanierung unserer Schiller-Grundschule lässt schon sehr deutlich die damit eintretenden Verbesserungen der schulischen Bedingungen für Schüler und Lehrer erkennen, das Konjunkturpaket II ermöglichte uns die seit langen gewünschte (Teil) Sanierung des Museums, die Außenanlage am Bürgerhaus in Röthenbach wurde mit einen Grillplatz aufgewertet und das Kriegerdenkmal neu gestaltet sowie ein vor allem für die Sicherheit der Kinder gewünschtes Buswartehäuschen konnte errichtet werden, die Musikschule erhielt einen neuen Anbau, an der Kegelbahn der Göltzschtalhalle wurde eine komplette Dachsanierung vorgenommen und am Klinikum „Obergöltzsch“ wurde ein modernes Gesundheitszentrum
(10 Mio. ) übergeben.
Dass wir nunmehr den herrenlosen und verwahrlosten Schandfleck der ehemaligen Filztuchfabrik beseitigt haben, steht uns trotz aller inneren Wehmut gut zu Gesicht. Wie uns dies auch mit der Beseitigung weiterer Immobilien- und Industriebrachen gelang.
Was in erster Linie zur Bereicherung unseres städtischen Lebens erneut vor allem durch unsere 52 Vereine auf die Beine gestellt wurde, verdient meine besondere Anerkennung und meinen herzlichsten Dank! Seit 20 Jahren gestaltet der Kultur- und Heimatverein ganz wesentlich das kulturelle Leben auf der Schloßinsel mit Blasmusiktreffen, kleine feine Konzertreihe im Schlößchen, 11. Jawa-Treffen, tolle Kindertagsveranstaltung, 10. Weinfest, 3. Weihnachtsmarkt, 2. Fischer- und Räucherfest, Oster- und Weihnachtsausstellung zogen Tausende Rodewischer und Gäste an. Viele Interessierte fanden sich zu den vielfältigen Angeboten anlässlich 60 Jahre Bestehen der Schulsternwarte auf der Rützengrüner Höhe, zu den Feierlichkeiten 80 Jahre Pestalozzi-Schule und 20 Jahre Musikschule ein, zur Kirmes, beim 10. Sommerfest der Vereine, dem Herbstball des Gewerbevereins, der Rentnerweihnachtsfeier oder der sehr beliebten Konzertreihe der Vogtland-Philharmonie, den Weihnachtskonzerten des Pestalozzi-Gymnasiums und der Musikschule, den Märchenveranstaltungen von „Hänsel und Gretel“ oder dem 2. Weihnachtsmarkt in Rützengrün und vielen von mir nicht genannten Angeboten fanden Viele von uns kulturelle Erholung. Sehr erfreut bin ich darüber, dass es viele neue Initiativen unseres Leiters des Ratskellersaales zur stärkeren Nutzung dieser Einrichtung gab.
Groß ist meine Freude auch über das erneut zahlreiche und vielfältige Sportangebot für jedes Alter. Im Besonderen möchte ich allen ehrenamtlich tätigen Übungsleitern und Betreuern danken, die sich für die Absicherung des Kinder- und Jugendsportes zur Verfügung stellen. Hervorragende Leistungen in der Spitze sind der Lohn für diese engagierte Arbeit und Aufopferung. Nicht zu zählen die vielen ausgezeichneten Platzierungen der Judokas, Mara Leucht und Michelle Taubert werden Deutsche Jugendmeister und Andrè Peterhänsel gar Europameister der Senioren im Gewichtheben, der 12-jährige Nick Klessing wird Deutscher Mehrkampfmeister im Turnen der AK 12, Michelle Mothes erringt Mannschaftssilber bei den Pony-Europameisterschaften im Reiten, der viel Erfolg versprechende Aufwärtstrend der Nachwuchss-kispringer wurde fortgesetzt, Andreas Schmalfuß wurde Sieger des Kirmeskegeln, die Mediziner begingen 60 Jahre Kegeln, in Rützengrün fand bereits zum 15. Mal das Fußballturnier statt, ja, und gar gewaltig die Ausbeute unserer Schüler bei den Vogtland-Sportspielen bzw. den Wettkämpfen „Jugend trainiert für Olympia“. Die Aufzählung könnte durchaus fortgesetzt werden.
Besonders herzlich danken möchte ich allen Kameradinnen und Kameraden unserer drei Wehren, wobei mit 70 der zu erbringenden 92 Gesamteinsätze die weitaus größten Anforderungen an die Stadtwehr gestellt waren.
Ich hoffe, das uns allen bewusst ist, welch wertvolles Gut wir alle in dieser ständigen Einsatzbereitschaft für Andere da sein besitzen.
In Röthenbach wurde auf 120 Jahre Bestehen der Wehr angestoßen.
Es gab auch wieder viele ganz persönliche Ereignisse und Höhepunkte, die von der Öffentlichkeit aufmerksam registriert wurden. Eine „Eiserne Hochzeit“, sieben „Diamantene Hochzeiten“ und 27 „Goldene Hochzeiten“ standen zur großen Feier an. Hermann Schädlich wurde für 50 Jahre Zugehörigkeit zur Rodewischer Blasmusik geehrt.
Für langjähriges verdienstvolles ehrenamtliches Wirken wurden Dr. Thomas Maschke und Lothar Jahn mit den Bürgerpreis des Jahres geehrt.
Das Schließen des Uhren- und Schmuckladens „Juwel“ von Waltraud Lenk nahmen wir mit aufmerksamer Anteilnahme zur Kenntnis. Mit Frau Hadlich hat die St.-Petri-Kirche seit März wieder eine 1. Pfarrerin. Mit „fitten“ 70 Jahren geht der verdienstvolle leitende Chefarzt des Klinikums „Obergöltzsch“, Herr Dr. Tilch, zum Jahresende in den Ruhestand.
Diesen haben neben vielen anderen die stellvertretende Schulleitern der Schiller-Grundschule Frau Tomm und der Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung Herr Will bereits angetreten. Wir gedachten dankbar anlässlich ihres 100. Geburtstages unserer verstorbenen Ehrenbürger Prof. Hans Nadler und Margarethe Böttcher. Besonders gern hätte ich in diesen Tagen unserem Karl Tennstädt zum 90. Geburtstag gratuliert. Alles in einem Jahr – und es ist nur ein Querschnitt dieses oft von Hast getragenen pulsierenden Lebens in unserer vogtländischen Kleinstadt aus meiner kommunalen Betrachtung.
Wenn wir nur die Probleme betrachten, die uns nicht gefallen bzw. deren gedachte Lösungen am Bürgerwillen völlig vorbeigehen. Es ist mir deshalb ein großes Bedürfnis, allen Menschen unserer Stadt, die bemerkt, aber oft auch kaum beachtet und anerkannt, sich im Interesse unserer städtischen Belange eingebracht haben, von ganzem Herzen zu danken! Allen Bürgerinnen und Bürgern von Rodewisch, Rützengrün und Röthenbach wünsche ich ein erholsames, nachdenkliches mit viel Freude angefülltes Weihnachtsfest!
Ich wünsche Ihnen für das Neue Jahr gute Gesundheit, neue Kraft und Mut bei der erfolgreichen Fortsetzung unseres gemeinsamen Weges!
Ihr Bürgermeister
Erhard Meier
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