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120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Röthenbach

Vom 4. bis 6. Juni feiert die Freiwillige Feuerwehr Röthenbach ihr 120-jähriges Bestehen. Hier ein Rückblick auf die Geschichte der Wehr:
Laut alten Aktenunterlagen wurde die Freiwillige Feuerwehr Röthenbach am 15. April 1890 gegründet. In den vorhergehenden Jahren bestand ein Feuerspritzendienst als Pflichtwehr. Dazu wurden Männer bestimmter Jahrgänge berufen. Für jedes Haus wurde ein Segeltucheimer, ein Reißhaken sowie eine Feuerleiter zur Pflicht gemacht, mit denen unsere Vorväter zur Brandbekämpfung eilten.
Noch einmal zurück zur Pflichtwehr:
1839 wurde eine gebrauchte Standwehrspritze ohne Saugeinrichtung, Baujahr 1819, angeschafft. Das Löschwasser wurde aus Eimern in einen Kasten geschüttet.
Der Revisionsbericht dieser Spritze ist heute in unserer Ortschronik einsehbar.
In einem weiteren Bericht aus alten Zeiten heißt es hierzu: ”War reichlich Wasser vorhanden und auch genügend Leute vorhanden, arbeitete die Spritze vorzüglich”.
Zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1890 wurde eine Spritze mit Saugeinrichtung übergeben, was einen erheblichen Fortschritt darstellte.
Im Jahr 1942 wurde der Wehr ein Einachshänger mit Tragkraftspritze “Müller” übergeben. Bis zum 7. November 1943 wurde der Anhänger von den Kameraden von Hand zum Einsatzort gezogen. Von diesem Tag an stand den Kameraden ein Zugfahrzeug vom Typ Chevrolet, ein Geschenk von Kamerad Edwin Döhler, zur Verfügung.
Dazu ist anzumerken, das der Anhänger von 1942, durch die Kameraden 1997 umgebaut, noch heute als Beleuchtungsanhänger im Einsatz ist.
1949 wurde durch den damaligen Rat des Kreises ein “Horch” Baujahr 1929 mit 8 Zylindern und 80 PS zur Verfügung gestellt. Er diente den Kameraden bis 1960 als Zugfahrzeug.
Am 15. September 1962 wurde durch die Kameraden ein Wismutbus vom Typ GAS 51 aus Karl-Marx-Stadt geholt und anschließend als Löschfahrzeug umgebaut, der Rat des Kreises stellte hierzu 5000,- Mark zur Verfügung.
Ein weiteres Problem war die Unterbringung des neuen größeren Fahrzeuges. Es wurde beschlossen, ein neues Gerätehaus zu bauen. In Eigenleistung bauten die Kameraden das neue Gerätehaus, Sand und Steine wurden mit Pferdewagen aus den Steinbrüchen geholt, manches Wochenende und manch freie Minute wurden hierzu genutzt. Die Bauleitung hatte Kurt Strobel. Das Gerätehaus mit einem damaligen Wert von 16.145,- Mark wird noch heute genutzt.
Am 30. Januar 1964 wurde von Margot Gerisch eine Frauengruppe gegründet. In den kommenden Jahren unterstützten sie ihre männlichen Kameraden unverzichtbar bei den Brand-schutzkontrollen sowie im Bereich der Versorgung der Einsatzkräfte bei größeren Schadensereignissen.
1969 wurde der GAS 51 - liebevoll von den Kameraden “Molli” genannt - durch ein Kleinlöschfahrzeug BARKAS-B 1000 abgelöst. Das werksneue Fahrzeug stellte wieder einmal einen großen Fortschritt dar.
1992 wurde das Löschfahrzeug mit Funk ausgerüstet. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung unserer Einsatzbereitschaft, problemlos konnten jetzt weitere Rettungskräfte alarmiert werden.
Ebenfalls 1992 begannen die ersten Gründungsversammlungen zur Bildung eines “Feuerwehrvereins Röthenbach i.V. e.V.”. Gründungsmitglieder waren damals Arnfried Döhler, Henry Singer, Bernd Lenk, Ursula Lippold, Jürgen Plathe, Wolfgang Schlottke, Dieter Hain und Frank Schubert. Arnfried Döhler wurde 1. Vorsitzender. Später übernahm Bernd Lenk diese Aufgabe. Seit seinem frühen Tod im Januar diesen Jahres ist Frank Schubert amt. Vorsitzender des 37 Mitglieder zählenden Vereins.
Unser langjähriger Begleiter, die Feuerwehrkapelle, deren Gründung wahrscheinlich im Jahre 1896 erfolgte, hatte mit dem Feuerwehrverein auch ein neues Zuhause gefunden.
Seit ihrem Bestehen erlebte sie ein ständiges auf und ab. Nach Auflösung immer wieder energisch neu gegründet worden, so zum Beispiel im Jahr 1925 von den Kameraden Max Forner, Gustav Schramm, Arthur Biedermann und Rudi Forner.
Von 1963 bis 1996 leitete das langjährige Mitglied Johannes Schmidt die Blaskapelle, er schrieb Noten, bildete Musiker aus und nahm die musikalische Leitung in seine bewährten Hände.
Der Verein verbindet seit seiner Gründung Einsatzkräfte, Frauengruppe, Alters- und Ehrenabteilung sowie die Blasmusik miteinander.
Mit vielen kulturellen Höhepunkten haben wir seit dieser Zeit gemeinsam das Leben in Röthenbach mitbestimmt. Sommerfeste, Tage der offenen Tür, Wallprum, Einsatz der Feldküche auf anderen Festen, um nur einiges zu nennen.
Aber zurück zum Geschehen der Feuerwehr:
Mit der Eingemeindung zur Stadt Rodewisch entspannte sich wenigstens unsere finanzielle Lage etwas, so dass 1994 die geforderte Schutzkleidung beschafft werden konnte.
Die Feuerwehr Röthenbach wurde wie schon ein Jahr zuvor Rützengrün zur Ortswehr der Stadt Rodewisch.
Anfängliche Befürchtungen die Eigenständigkeit vollständig zu verlieren, konnten in den folgenden Jahren zerstreut werden. Wir sind gleichberechtigte Partner geworden und es hat sich eine recht gute Zusammenarbeit entwickelt.
Trotz Eingemeindung haben wir in den zurückliegenden Jahren unsere kameradschaftlichen Beziehungen zur Feuerwehr Plohn/Abhorn weiterhin gepflegt, wir führen einmal im Jahr eine gemeinsame Einsatzübung durch, deren Organisation abwechselnd bei beiden Orten liegt.
Im November 1996 bekamen wir von der Partnerstadt Langenhagen ein ausgemustertes Tanklöschfahrzeug 15/24 geschenkt. Die Freude war groß, nicht nur Nachwuchskräfte, die wir seit 1992 selbst und in der neugebildeten Kreisausbildung zu Feuerwehrmännern ausbildeten, konnten jetzt richtig loslegen.
Das sehr gut erhaltene TLF bauten wir auf unsere Belange um und machten ein richtiges Schmuckstück daraus.
Die Schlagkraft der Wehr wurde beträchtlich erhöht, mehr Mannschaft und Gerät können transportiert werden, Entstehungsbrände können durch den Wasservorrat von 2400 Litern jetzt schneller gelöscht werden. In den Jahren 2003/2004 entstand ein Anbau am Gerätehaus, in dem Schulungs-, Umkleide- und Sanitärräume sowie das Wehrleiterbüro entstanden – alles in Eigenleistung durch die Kameraden der Wehr und des Vereins.
Die letzten Jahre widmeten wir besonders der Nachwuchsgewinnung und der Ausbildung in der Wehr und konnten einige Jugendliche für unsere Arbeit begeistern. Die Lehrgangsangebote der Kreisaus-bildung nutzten wir intensiv.
Seit Gründung der Wehr wechselten 11 Mal die Wehrleiter Hermann Opelt, Rudolf Brückner, Max Forner, Helmut Hüttner, Walther Täubert, Werner Reinwart, Arnfried Döhler, Siegmar Kieß und Henry Singer. Seit 1994 wird die Wehr von Kamerad Jürgen Plathe als Wehrleiter und Kamerad Frank Schubert als Stellvertreter und Gerätewart geführt.
In der Chronik der Wehr sind einige Großfeuer verzeichnet: Gut Max Riedel, LPG - Gut ehemals Albert, Gut Schöniger, Gut Trommer und Gut Schneider.
Im Jahr 2000, zum 110-jährigen Bestehen wurde eine Vereinsfahne mit Hilfe vieler Sponsoren angeschafft und geweiht.
Quellen: Ortschronik Röthenbach, Festrede 105 Jahre Feuerwehr Röthenbach, Bilderchronik von Werner Reinwart, Feuerwehrchronik
Jürgen Plathe
Programm 120 Jahre FFw Röthenbach:
Freitag, 4. Juni 2010
19.00 Uhr Festveranstaltung 120 Jahre FFw Röthenbach im Festzelt (auf Einladung)
Samstag, 5. Juni 2010
15.00 Uhr Weckruf mit Sirene anschl. Schauübung der Jugendfeuerwehr danach Kinderfest und Freibieranstich, Kinderkarussell – Losbude - Schießbude
19.30 Uhr Tanz im Festzelt (Eintritt frei)
Sonntag, 6. Juni 2010
10.00 Uhr Musikalischer Frühschoppen mit der Blaskapelle des Feuerwehrvereins, Original Röthenbacher Feuerwehrgulasch aus der Kanone
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